geplante Sandfilterpumpe zu groß dimensioniert?

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ThomasP
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geplante Sandfilterpumpe zu groß dimensioniert?

Beitragvon ThomasP » 06.04.2021, 00:34

Hallo liebe Heimschwimmer,

ich möchte dieses Jahr einen mittelgroßen Aufstellpool mit 11,5m³ Fassungsvermögen mit einer Sandfilteranlage in Betrieb nehmen.
Der große Knackpunkt, an dem ich mich derzeit noch wundgrübele, ist die Dimensionierung der Filterpumpe (+passendem Filter).

Wie ich hier durch Mitlesen nun weiß, sollten in meinem Fall pro Tag mind. 23m³ Wasser durch den Filter laufen. Ein Bodensauger, den ich gerne betreiben möchte, benötigt mind. 7m³/h (bei 8mWS).
Eine Speck PP7, die mir vorschwebte, fördert die 7m³ aber nur bei 6mWS und ist damit raus. (Oder?)
Das nächst größere Modell ist ja die Speck PP9 mit sicherlich ausreichender Fördermenge (von ca 8-9m³ ?)für einen Bodensauger.
Klingt für mich erstmal stimmig und die Pumpe mit 600W Aufnahme muss nur 2 oder 2,5 Stunden am Tag brummen...
Nun habe ich aber auch gelesen, dass eine Sandfilterpumpe 8h pro Tag laufen sollte?! Arghhh...
Sollte dies ein Muss sein, so würde ich ja mit einer solch großen Pumpe das Gesamtvolumen 6-7x umwälzen pro Tag. Fürs Filtern wahrscheinlich klasse, aber bei 600W Leistungsaufnahme mir dann doch ein zu teurer und unnötiger Spaß was die Stromkosten angeht.

Aus diesem Umriss ergeben sich nun folgende Fragen für mich:
1.) Ist eine Betriebszeit von 2-3h überhaupt in Ordnung für die og Kombination von Pool und Pumpe?
2.) Reicht ein 400mm-Filter bei einer PP9? (sofern 1.) mit JA beantwortet werden kann)
3.) Gibt es Alternativen zu einem automatischen Bodensauger, die gut funktionieren, halbwegs wenig Arbeit machen und mich aus meinem Grübelproblem erlösen
4.) Denke ich völlig überdimesioniert und geht es auch viel einfacher?

Ich bin bei den oben genannten Punkten übrigens nicht auf Speck fixiert; der Hersteller kam mir beim ersten Einlesen nur charmant und hochwertig vor und soll mehr der Verdeutlichung der Leistungsklasse dienen. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren und nehme gerne Alternativen an.

Achso, die Lautstärke der Pumpe ist ebenfalls ein dickes Argument. Die Intex-Anlage meines Nachbarn empfinde ich schon als ziemlich laut.

Oder sollte ich mich am Ende bei meinem "Poolchen" gar nicht so sehr auf die unbedingte Notwendigkeit eines Bodensaugers versteifen und bei "artgerechten" Pumpenleistungen von 3-4m³/h bleiben mit Laufzeiten von 6-8 Stunden pro Tag?

Ich würde mich sehr über fachkundigen Rat freuden und bin für jeden Tipp dankbar!

Liebe Grüße
Thomas

Axel Zdiarstek
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Re: geplante Sandfilterpumpe zu groß dimensioniert?

Beitragvon Axel Zdiarstek » 06.04.2021, 06:48

Hallo Thomas,

also eine Bettar 8 mit einem 400 bis 450 mm Filterkessel passen zusammen.
Dazu dann 2 Sack 0,7 bis 1,2 mm Quarzsand.
Du musst die Filterlaufzeit dann nicht auf 3 h begrenzen , weil dann das Wasser 2 x durch ist.

So hast du auch noch Puffer für eine Solaranlage .... später.

Bei einer Leistungsaufnahme von 550 W/h ist das nicht so wild.
Je länger das Wasser unbewegt steht, je schneller kann es umkippen.
Du musst auch nicht zwangsläufig 3 ppm Cl im Wasser haben ......
Und Multi-Kulti Tabs solltest du sowieso nicht verwenden .... Cl-Stabilisator !

Axel

ThomasP
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Re: geplante Sandfilterpumpe zu groß dimensioniert?

Beitragvon ThomasP » 07.04.2021, 23:57

Hallo Alex,

vielen Dank für deine super schnelle und hilfreiche Antwort! Klasse!

Ich habe mich nun entschieden für folgende Komponenten:
- Speck Badu Top II 8 (ehemals Bettar 8 )
- Filterkessel Astral Bilbao 400mm mit 6-Wege-Ventil

Allein dieses Setting kommt zwar schon fast an Preis des gekauften Bestway-Pools ran, aber damit ist für die Zukunft dann sicher Luft nach oben und ich habe etwas qualitativ ordentliches, denke (hoffe) ich.
Ob es dann bei geschätzen 150 Tagen Betriebszeit gut 150€ an Pumpenstrom bei 8h Laufzeit/Tag sind, oder halt 100€ bei ner kleineren Pumpe, macht den Bock bei dem ganzen Spaß auch nicht mehr fett.

Statt Quarzsand werde ich wohl in 2022 auf AFM Grade 1 Filterglas gehen, aber nun erstmal mit Quarzsand in der Körnung 0,7-1,25mm filtern.

Auf jeden Fall will ich das ganze als Salzwasserpool betreiben. Hier würde ich den größeren Intex-Chlorinator für gut 180€ nehmen. Oder lieber Finger weg von dem Modell und auf einen anderen Hersteller setzen?

Für die Bodenreinigung probier ich in meiner 1. Saison als "Heimplanscher" wohl den Intex Auto Pool Cleaner mal aus. Wird soweit gut bewertet und für aktuell 70€ ist er sicher nen Versuch wert. Die Pumpenleistung wird ja nun kein Problem mehr dabei sein.

Zwei weitere Fragen treiben mich aber noch um:

1.) Schlauchdurchmesser 32 oder 38mm?
Der Pool hat 2 Anschlüsse in 32mm; die sonstigen Komponenten sind aber auf eher 38mm und 50mm ausgelegt.
Sollte ich konsequent bei einer 32mm-Verrohrung ("Verschlauchung") bleiben mit entsprechenden Reduzierstücken oder wäre es sinnvoller auf 38mm zu gehen und erst am Einlass-und Auslassstutzen des Pools auf 32mm zu reduzieren?

2.) Poolheizung
Bevor ich mich mit dem Thema Solarheizung, aufrollbare Solarfolie oder einer (derzeit präferierten) Holzheizung näher beschäftige, werde ich in meiner 1. Saison auf eine stromfressende Elektroheizung setzen. Ich werde sie nicht oft brauchen, denke ich. Hoffentlich nur beim Saisonstart und ein paar Stunden pro Woche an Tagen, in denen die Kids bei kälterem Wetter reinsteigen wollen (So die laienhafte Hoffnung...).

Zum eigentlichen Problem aber nun: Das wird wohl eine Bestway mit 2800W werden, die allerdings maximal 3785l/h Durchsatz will. Das beißt sich ja nun mit meiner großen 8m²-Pumpe.
1. Überlegung:
Ich schleife die mitgelieferte Bestway-Spielzeug-Kartuschenpumpe (3m²/h) über ein 3-Wege-Ventil und Bypass ein.
Problem(e):
- wenn ich im Hochsommer nicht Heizen muss steht die Brühe ggf. wochenlang im unbenutzen Kreis und ich pumpe mir den gereiften Schmodder in ner Kältephase in den Pool
- weitere Komponente im System, welches eigentlich hochwertiger ausgelegt ist
- manuelle Umschaltung des Ventils rechtzeitig (morgens) bei Bedarf nachmittags notwendig

2. Überlegung:
- nach Pumpe->Filter->Chlorinator (3-Wege Ventil für Bodensauger) wird ein weiteres 3-Wege-Ventil gesetzt:
Ausgang 1: Einlasstutzen Pool (Heizung sitzt davor) bekommt 3m²/h
Ausgang 2: Intex Poolfontäne (wird eh angeschafft) bekommt während dessen 5m²/h

Problem(e):
- Abdeckplane kann nicht aufgezogen sein wegen Druckumleitung über Fontäne
- es platschert laut und nervt den Nachbarn obwohl niemand im Pool sitzt oder gar daheim ist
- auch hier muss ich morgens vor der Arbeit entscheiden, ob ich für den Nachmittag zuheizen will/muss und entsprechend tätig werden

3. (undurchdachte) Überlegung:
Der Kreis des Bodensaugers könnte vielleicht integriert werden...

So wirklich toll/zielführend finde ich alle meine bisherigen Überlegungen nicht...
Welche Lösungen gibt es denn vielleicht noch, an die ich nicht gedacht habe?

Liebe Grüße
Thomas







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Axel Zdiarstek
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Re: geplante Sandfilterpumpe zu groß dimensioniert?

Beitragvon Axel Zdiarstek » 09.04.2021, 06:55

Hallo,

also AFM Grad 1 ist 0,4 - 0,8 mm .....

Konsequent, so groß wie möglich, weil dann der Reibungsverlust kleiner wird.
Wenn du die elektro nimmst, sollte die Durchflußmenge auch egal sein ....

Deine bastelgedanken nachzuvollziehen ist auch nicht so einfach .....

Axel