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Fliesenverlegung

Was sollte der Fliesenleger bei einem Privatschwimmbad oder einem öffentlichen Schwimmbad beachten?

Er sollte als Erstes ...

... in Erfahrung bringen, ob es sich bei dem vorgefundenen Becken um ein WU-Betonbecken handelt und ob die von der Deutschen Gesellschaft für das Bäderwesen aufgestellten Forderungen eingehalten worden sind. D. h. im Einzelnen: Ist die optimale Nachbehandlung des Betons erfolgt? Werden hier schon Mängel festgestellt, sollte der Fliesenleger sofort Bedenken anmelden und ggf. Abdichtungsmaßnahmen als zusätzlichen Schutz empfehlen. Wurde eine Probefüllung durchgeführt und dokumentiert? (Siehe ZDB-Merkblatt "Keramische Beläge im Schwimmbadbau" – Hinweise für Planung und Ausführung.) In der einen oder anderen Publikation wurde die Verwendung von Dichtschlämmen als nicht erforderlich eingeordnet. Jedoch möchten wir darauf hinweisen, dass – wie allseits bekannt – eine ordnungsgemäße Durchführung von Betonier- und Monierarbeiten an einem Bauvorhaben äußerst anspruchsvoll ist.

Weiterhin lässt sich nur durch aufwendige Messmethoden feststellen, ob die Min-destüberdeckung der Betonstähle, wie bei einem WU-Beton gefordert, 5 cm ist. Die Dichtschlämme schützt somit nicht nur den Beton, sondern auch die eingebauten Bewehrungen.



Was hat der Fliesenleger noch zu beachten?

Jetzt könnte man doch mit den Fliesen-Verlegearbeiten beginnen? Doch halt, hier läuft der vor Ort tätige Fliesenleger wieder Gefahr, in Schwierigkeiten zu geraten. Ein nicht unwesentlicher Punkt ist die Sauberkeit des von ihm vorgefundenen Untergrunds. Der Fliesenleger sollte den Untergrund, den er mit Fliesen oder Platten belegt, gründlich mit den in der Liste RK der Deutschen Gesellschaft für Bäderwesen genannten Reinigern reinigen.

Was kann der Fliesenleger bei der Verlegung von keramischen Werkstoffen im Schwimmbad falsch machen bzw. worauf sollte er achten?

Im Dünnbettverfahren sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass im Buttering-Floating-Verfahren, entsprechend der DIN 18157, Teil 1– 3, gearbeitet wird. Doch hier muss in Teil 2 die Einschränkung gemacht werden, dass Dispersionskleber in Dauernassbereichen nicht verwendet werden können. Weiterhin sollte der Fliesenleger beachten, dass bei der Verlegung der Keramik im Dünnbettverfahren Toleranzen im Untergrund ausgeglichen werden müssen, da hier nicht mit unterschiedlichen Dicken wie beim Dickbettverfahren gearbeitet werden kann. Nach der Verlegung der Keramik im Schwimmbad wird nun etwas tiefer gehend das Problem der Verfugung solch hygienisch sensibler Bereiche behandelt. Die richtige Auswahl des Verfugungsmaterials hängt von diversen Umständen rund um das Becken bzw. im Wasser ab.

Vor einigen Jahren wurden die Fugen mit selbst hergestellten Zement-Fugenmörteln verfüllt, bis die Bau-Chemie-Hersteller entsprechende Produkte auf den Markt brachten. Diese mineralischen Fugenmörtel sind zum Teil durch ihre nicht ausreichende Resistenz gegen die im Schwimmbad vorhandenen Chemikalien aufgefallen und es kam nicht selten zu mehr oder weniger aufwendigen Sanierungen der Fuge.

Nun haben die Bau-Chemie-Hersteller Reaktionsharzfugenmörtel entwickelt, welche aus 2-komponentigen Epoxidharzen bestehen und mit entsprechenden Quarzsanden abgemischt werden. Diese 2-komponentigen Reaktionsharz-Fugenmassen haben den Vorteil, dass sie zum einen hoch mechanisch beanspruchbar sind und zum anderen eine sehr gute chemische Resistenz aufweisen.

Diese Fugen können auch mit Dampfstrahlgeräten, Hochdruckreinigern etc. gereinigt werden, was nicht nur während der Grundreinigung, sondern auch im Zuge der Unterhaltsreinigung erfolgt. Aber auch Reaktionsharz-Fugenmörtel können eine dichte Fuge nicht garantieren. Durch ihre chemische Zusammensetzung haben sie zwar eine sehr hohe Flankenhaftung, jedoch sind kleine feine Flankenabrisse oder Flankenablösungen nicht zu vermeiden.

Es muss darauf geachtet werden, dass keine Hohlräume hinter den Fugen entstehen, die wiederum zu einer Verkeimung führen. Die 2-komponentigen Reaktionsharz- Fugenmassen bieten entscheidende Vorteile, jedoch steht und fällt die Qualität einer Reaktionsharzfuge mit der Verarbeitung und mit der Mischung des Materials. Im Allgemeinen werden die Reaktionsharze als 2-komponentige Systeme geliefert. Die Komponenten sind untereinander genau in Mengenverhältnissen abgestimmt, so dass beim Anmischen eines Fugenmörtels genau darauf geachtet werden muss, dass beide Komponenten in den entsprechenden Mischungsverhältnissen homogen miteinander vermischt werden.

Bei Reaktionsharzmörteln gehört zum fehlerfreien Mischen auch immer das "Umtopfen". Sollte eine Fugenmasse nicht homogen oder im falschen Mischungsverhältnis gemischt werden, kann es auf der Oberfläche der Fugen zu einem Besatz mit Mikroorganismen kommen. Die unvernetzten, nicht abreagierten Monomere des Reaktionsharzmörtels dienen als Nährboden für Mikroorganismen. Klebrige Oberflächen auf der Fuge weisen immer auf Mischfehler hin und verschmutzen später. Dies gilt auch für Stellen mit geringerer Festigkeit. Nach erfolgter Verfugung des Keramikbelags sollte das Schwimmbad frühestens nach 7– 9 Tagen mit Wasser gefüllt werden. Dies ist notwendig, damit der Reaktionsharzfugenmörtel vollständig aushärten kann und sich die Monomere vernetzen.

Bei frühzeitiger Befüllung kann es zu einer Beeinträchtigung der Wasserqualität kommen. Nach Füllung des Beckens sollte der Fliesenleger darauf hinweisen, dass die frühe Phase des Beckenbetriebs mit einem relativ hohen Chlorwert gefahren wird. Dies bedeutet, dass eine permanente Kontrolle des Schwimmbadwassers notwendig ist. Bei dem erhöhten Wert sollte man sich nahe dem Höchstwert der in der DIN 19 643 angegebenen 0,6 mg/l Chlor bewegen. Der pH-Wert muss auch während dieser Zeit in einem Bereich von 7,0 –7,2 gehalten werden.