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Ablagerungen

"Mikroorganismenbefall auf Kunstharzfugen in Schwimmbecken –
muss das sein?"

Unhygienische schwarze Ablagerungen ...

... in Schwimmbädern, insbesondere auf Verfugungen, die mit Reaktionsharz-Fugenmörtel durchgeführt wurden, sind keine Seltenheit. In vielen Fällen wird dem ausführenden Fliesenleger seitens der Betreiber und mitunter auch des Schwimmbadbauers der "schwarze (Flecken-) Peter" zugeschoben. Bedingt dadurch, dass sich nicht jeder Fliesenleger tagtäglich mit der Materie "Schwimmbad" beschäftigt, kommt der ausführende Fliesenleger hier in Beweisnot. Hat er sich hier mangelnde Ausführung der Verfugung zuzuschreiben oder hat der Mikroorganismenbefall andere Ursachen?

Grundvoraussetzungen für die Vermeidung von Mikroorganismenbefall

Es soll mit diesem Bericht ein wenig Licht in das Dunkel der Ablagerungen gebracht werden. Wobei die Schuld an diesen Ablagerungen nicht den am Bau tätigen Handwerkern – sei es dem Schwimmbadbauer, dem Betonbauer oder dem Fliesenleger – zugeschoben werden soll. Ein Schwimmbecken wird üblicherweise aus einem wasserundurchlässigen Beton hergestellt. Ein derartig ausgeführtes Becken darf gemäß DIN 18157 "Ausführung keramischer Bekleidungen im Dünnbettverfahren" Teil 1, Abschnitt 5.1 erst sechs Monate nach Herstellung mit keramischen Belägen versehen werden. Dies ist jedoch, kennt man die Bauabläufe, wirklichkeitsfremd.

Das Merkblatt ID 25 0.1 „Schwinden und Quellen von Stahlbetonbecken“ der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen legt, unter Einhaltung einiger Randparameter, einen Zeitraum von ca. drei Monaten vom Baubeginn bis zur Fliesenverlegung fest. Die Voraussetzungen hierfür sind das Einhalten der erforderlichen Erhärtungszeit von 28 Tagen und einer mindestens 14tägigen Probefüllung des Beckens als sog. Dichtigkeitsprüfung. Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen ist wie wir der Auffassung, dass diese Zeitspanne als ausreichend angesehen werden kann, um mit den keramischen Belagsarbeiten beginnen zu können, sollten die im weiteren Verlauf dieses Berichts gegebenen Empfehlungen eingehalten werden. Für die einwandfreie Funktionalität eines Schwimmbads sollten bereits während der Planung einige Randbedingungen beachtet werden:

* Eine präzise Ausführung der Rinnenkante, somit ein möglichst gleichmäßiger Überlauf.

* Eine den derzeit geltenden Vorschriften entsprechende Beckenhydraulik.

* Ein Filter mit der für die Größe des Beckens benötigten Filterleistung.

Minifilteranlagen sind hier nicht anzuwenden, da sie die gewünschte Filterleistung nicht erbringen. Eine optimal funktionierende Filtertechnik ist auch Garant für einen nicht übermäßigen Verbrauch an Desinfektionsmitteln, wie z. B. Chlor. Die zur Zeit eingesetzten Desinfektionsmittelbedingen aber auch eine optimale Einstellung des pH-Werts. Dieser pH-Wert gibt an, ob das Schwimmbadwasser sauer, neutral oder alkalisch reagiert.

Der pH-Wert wird in Werten von 0 –14 gemessen. Was ist sauer, was ist basisch? Essig- oder Zitronensäure reagieren sauer (pH < 7). Milch und Wasser sind als neutral (pH = 7) einzustufen, Natronlauge und Kalkmilch sind basisch (pH > 7). Doch warum ist die Einstellung eines pH-Werts so genau einzuhalten? Dies ist dadurch bedingt, dass z. B. der Übergang von einem pH-Wert 5 zu einem pH-Wert 6 eine 10fache Veränderung bedeutet. D. h. eine Flüssigkeit mit einem pH-Wert 5 ist 10 x so sauer wie eine Flüssigkeit mit einem pH-Wert 6.

Sie werden sich jetzt fragen, warum der pH-Wert solch große Wirkung auf die Desinfektion bzw. auf das Desinfektionsmittel hat? Als Beispiel möchten wir nun das Chlor aufführen. Der pH-Wert hat direkten Einfluss auf die Desinfektionswirkung des Chlors (siehe Diagramm 1.2). Um dieselbe Desinfektionswirkung zu erzielen, ist bei einem pH-Wert von z. B. 7,6 die doppelte Chlormenge gegenüber dem pH-Wert von 6,5 erforderlich. Die Einstellung des pH-Werts unter 7 kann eine Geruchsbelästigung und Schleimhautreizung durch Bildung von Chloraminen zur Folge haben (siehe auch Diagramm 1.1). Aus den beiden Randbedingungen, Geruchsbelästigung und Desinfektionswirkung von Chlor resultiert die Forderung nach der Einstellung des pH-Werts auf 7,0 bis 7,2.